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Die lange Nacht der Seele

Dinge sind was sie sind! Dinge sind wo sie sind! Du findest alles, was es über sie zu wissen gibt heraus, indem du sie dort untersuchst, wo sie sind
Wenn du etwas über eine Wand herausfinden möchtest, untersuchst du die Wand. Alles über diese Wand ist genau dort zu finden, wo diese Wand ist. Du mußt nicht zum Erbauer gehen und mit ihm reden. Dies wäre ein sehr guter Weg, um etwas über den Erbauer zu erfahren, aber ein sehr schlechter, um etwas über die Wand, die er gebaut hat herauszufinden.
Mit dem Erbauer zu reden, um etwas über die Wand, die er gebaut hat in Erfahrung zu bringen, ist als "die Suche nach der vorhergehenden Ursache" bekannt.
Die Menschheit glaubt zuversichtlich, daß der einzige Weg, etwas über den Verstand herauszufinden, der ist, einen in ihm enthaltenen Effekt auszuwählen und dann tiefer in den Verstand hineinzuschauen, um die Ursache dieses Effektes zu finden.
Dann, nachdem gefunden wurde, was die Ursache zu sein scheint, diese Ursache als Effekt zu betrachten, um nun wieder mit der Suche nach der Ursache für diesen Effekt anzufangen - diesmal noch tiefer im Verstand. Und immer weiter so fortfahrend - ohne Ende.
Somit sucht man rückverfolgend die erste Ursache, nämlich eine Ursache, die nicht der Effekt einer früheren Ursache ist. Wenn man diese erste Ursache gefunden hat, wird der gesamte Verstand in einer grünen Rauchwolke o.a. verschwinden. Zumindest laute! so oder ähnlich die Theorie.
Nun gibt es eine gewisse Rechtfertigung für diese Theorie, wenn man es mit materiellen Objekten zu tun hat, denn:
Eine Billardkugel prallt auf eine andere auf einem Tisch und verleiht ihr eine Bewegung. Die Bewegung der zweiten Kugel ist tatsächlich durch den Aufprall der ersten verursacht. Doch was verlieh der ersten Kugel die Bewegung?
Nun, der Biliardspieler natürlich! Das Wesen, welches das Spiel "Billard" spielt. Nimmt man es aus der Gleichung heraus, wird die Suche nach der ersten Ursache endlos weitergehen. Somit:
Wird das lebende Wesen, das den Verstand kreierte und ihn aufrecht erhält, nicht miteinbezogen, ist die Suche nach der ersten Ursache des Verstandes ein vergebliches Bemühen, da man nicht an dem Ort sucht, wo sie auch zu finden ist.
Die erste Voraussetzung, um irgend etwas zu finden ist, an einem Ort zu suchen, wo es für dieses etwas auch möglich ist zu sein!
Alles was man im Verstand entdeckt - tatsächlich sein ganzer Inhalt - ist ein Effekt! Es gibt keine Ursachen im Verstand - somit wird man auch keine finden!
Folglich ist das Postulat, daß ein Teil des Verstandes die Ursache eines anderen Teiles ist, eine Lüge, und wenn man dieser folgt, wird man die Wahrheit nie finden.
Das endlose Durchwühlen des Verstandes auf der Suche nach der ersten Ursache wird "Die lange Nacht der Seele" genannt Es ist eine sehr lange Nacht, denn: sie dauert für immer!
Nach dem Ablauf einer theoretischen Unendlichkeit von Zeit, würde man aus der selben Tür herauskommen, durch die man hinein ging, doch: viel, viel betrübter und nicht weiser!
Also: Alles was man über irgendeinen Effekt im eigenen Verstand wissen möchte, liegt in diesem spezifischen Effekt und der eigenen Beziehung zu ihm, im jetzigen Augenblick!
Seitwärts wegzugleiten und tiefer in dem eigenen Verstand nach der Ursache für diesen Effekt zu suchen, bedeutet, sich der dunklen Nacht der Seele zu überlassen. Laß dich nicht darauf ein, da es das letzte Mal sein kann, daß je einer etwas von dir sehen wird!