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Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder...

Ein schöner Artikel von "Spontiwelli":

"Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht ins Himmelreich kommen."
Kinder, manchmal bringen sie mich richtig aus der Fassung. Fassung ist ja das in das man eingefasst ist. Eine Art Rahmen der das beinhaltet was man ist oder meint zu sein.
Wenn man dann ausser Fassung gerät, dann sprengt man sozusagen seinen Rahmen. Ich könnte auch sagen: ich erweitere mich. Kinder haben manchmal so eine Lust an der Zerstörung. Dinge und Erwachsene auseinandernehmen bis sie in ihre in ihre Einzelteile zerfallen. Sie lieben es Tische und Wände vollzu malen. Sie halten sich nicht an Konventionen und Übereinkünfte. Sie halten sich nicht an Gebote und Verbote. Kinder schreien gern laut, sitzen nicht gern still. Kinder sind störrisch wenn sie etwas wollen, lassen sich schwer durch verstandliche Argumente zu etwas überreden was sie oft gegen jegliche Logik wollen. Kinder streiten gerne miteinander um was auch immer. Kinder sagen gern Sachen von denen man überzeugt ist sie nicht sagen zu sollen oder zu dürfen. Wenn ich das Wörtchen "man" hier benutze, dann meine ich damit das gesellschaftlich genormte und geformte Phantom das es eigentlich nicht gibt. Der Mensch der nur als perfekter Entwurf in den Köpfen von Erziehungstheoretikern, Philosphen, Theologen, Politikern, Moralisten zu existieren scheint. Dieser "man" an dem man schon seit tausenden von Jahren ohne grossen Erfolg herumzulaborieren scheint. Vielleicht gelingt es ja den Genetikern den perfekten "man" herzustellen. Aber bis dahin erzähl ich mal weiter wie ich als Vater und Houseman das erlebe. Kinder lieben es an sogenannten Tabus zu rütteln und zu schütteln, solange bis sie keine Tabus mehr sind. Kinder lieben es miteinander zu streiten bis die Fetzen fliegen oder die Tränen fliessen. Kinder lassen sich gerne bedienen wie Könige und Prinzen und Prinzessinnen. Sie sind umwerfend charmant wenn sie Dir ihrem "Lakaien" die Ärmchen um den Hals legen und einen Kuss auf die Wange oder sonstwohin drücken und zuflüstern: Ich hab Dich lieb. Sie sind ekelhaft ausfallend in ihrer Ausdrucksweise wenn Du nicht auf ihre Vorstellungen und Wünsche eingehst und betiteln Dich schamlos mit Kosewörtern wie "Arschloch" "Blödmann" oder was ihnen sonst noch liebreizendes einfällt. Sie reizen Dich bis zum ausflippen und schaffen es Dich explodieren zu lassen wie ein Vulkan. Sie helfen Dir das wutentbrannte Monster das in Dir lauert herauszulocken bis es schreiend und tobend und sabernd vor ihnen steht und nur durch die Gnade Gottes zurückgehalten wird sich auf sie zu stürzen, die süssen Kleinen, und ihnen den Garaus zu machen.
Kinder haben bisher alle Erziehungskonzepte die ich kennengelernt habe im Spektrum von streng autoritär bis extrem antiautoritär ad absurdum geführt. Dabei spreche ich von meinen eigenen Erfahrungen als Erzogener in denen ich das Glück hatte(und das ist nicht ironisch gemeint) alle gesellschaftlichen Instutitionen zu durchlaufen die man so geschaffen hat das "Grosse Werk" einen "Man" aus mir zu machen zu vollbringen als da sind Familie, Kinderheim, Schule, Erziehungsheim, Jugendstrafanstalt und nicht zu vergessen Kirche in ihren verschiedenen Erscheinungsformen. Bei diesem Erfahrungsreichtum war es dann nicht verwunderlich das ich mich selbst einmal dem Erzieherhandwerk zuwandte und es einige Jahre in verschiedenen Instutionen ausübte.
Nur um zu erfahren dass all diese gelernten Konzepte "Gedankenmüll" sind und ich im Sinne wie es die Trägerinstitutionen wünschten nicht funktionieren konnte und wollte.
Die Kinder und ich wir hatten einfach zuviel Spass und Freude miteinander. Ich war immer zu sehr selbst Kind unter Kindern, nur das ich am besten die Tricks und Konzepte der Erwachsenen kannte und es mir immerhin einige Jahre möglich war einen Space ziemlich ungestörten miteinander Seins zu schaffenund zu bewahren bis man mich am Ende als untragbar hinauswarf und die Kinder, ungeachtet ihres Protestes und Widerstands, wieder der offiziellen Linie unterwarf. (Osho hat das auf einem anderen Level auch getan und nannte es "Buddhafield", aus Amerika konnte man ihn hinauswerfen, doch als Inder konnte er nicht aus Indien geworfen werden, obwohl „man“ es damals gern getan hätte, ungeachtet der Beachtung die im heute, nach seinem Tod. von offizieller indischer Seite zuteil wird. So ist es jetzt bei mir, als biologischer Vater, auch nicht so einfach mir zu kündigen oder mich hinauszuwerfen. Jetzt ist es eher die Frage ob ich in der Vaterrolle das Handtuch werfe.
Ich hatte als Kind fünf Geschwister. Eines der Lieblingsspiele das wir manchmal zusammen spielten war Familie. Meine ältere Schwester war dabei die Mutter und ich der Vater. Dabei imitierten wir die Erwachsenen so wie wir sie wahr nahmen. Im Beobachten meines eigenen Erwachsenseins und der damit zusammenhängenden Rollen wie Mann einer Frau oder Vater von Kindern und auch der anderen Mitspieler auf der Bühne des Lebens in diesen Rollen, entdeckte ich immer wieder das Kind hinter diesen Rollen, das besonders dann wenn die Rollenerwartung nicht mehr erfüllt werden konnte, in seiner fragranten Verletzlichkeit und Unschuld und Frische zum Vorschein kam. Vielleicht ist es "das" was Jesus mit seinem Spruch meinte. Bei mir isses auf jedenfall so, dass ich mit meinen Jungs am besten klarkomme und Spass und Freude habe, selbst in den "knallharten" Auseinandersetzungen, wenn ich jenseits aller Erziehungs- und gesellschaftlichen Rollenkonzepte einfach der bin der ich im Moment bin. Und dabei können wir in die verschiedensten Rollen schlüpfen. Nur eine Frage der Fantasie und Lust und Energie.

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